FFA legt Kinoergebnis 2012 vor: Rekordumsatz mit 1,033 Mrd. Euro und Besucherzuwachs auf 135,1 Mio. / Deutscher Marktanteil bei 18,1%

05.02.2013

Die Kinos in Deutschland haben 2012 die höchsten Einnahmen ihrer Geschichte erzielt und erstmals aus dem Verkauf von Eintrittskarten einen Gesamtumsatz von über einer Milliarde Euro erreicht.

Mit 1,033 Mrd. Euro setzten die Filmtheater von Januar bis Dezember 74,9 Mio. Euro mehr um als im Jahr davor (958,1 Mio.), das entspricht einem Umsatzwachstum von 7,8%. Im selben Zeitraum lösten 135,1 Mio. Besucher (Vorjahr 129,6 Mio.) eine Eintrittskarte an der Kinokasse und sorgten bei einer Steigerung von 4,2% für das beste Ergebnis seit 2009 - trotz Fußball-Europameisterschaft und der Olympischen Spiele im Sommer.

Unter den erfolgreichsten Filmen des Jahres waren mit TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER, CLOUD ATLAS, FÜNF FREUNDE und RUBBELDIEKATZ auch wieder vier deutsche Produktionen, die jeweils über eine Million Besucher in die Kinos lockten. Mit insgesamt 24,0 Mio. Besuchern lag der deutsche Marktanteil 2012 bei 18,1%. Diese Zahlen gab die FFA am heutigen Dienstag (5. Februar) mit der Veröffentlichung des offiziellen Kinoergebnisses 2012 bekannt, das die Filmförderungsanstalt traditionell im Vorfeld der am Donnerstag beginnenden Berlinale vorlegt.

Wesentlichen Anteil an der positiven Bilanz hatten die drei TOP-Filme des Jahres 2012: ZIEMLICH BESTE FREUNDE (8,9 Mio.), SKYFALL (7,5 Mio.) und ICE AGE 4 (6,7 Mio.) stellten mit 23,1 Mio. Tickets allein die Hälfte aller Besucher der erfolgreichsten zehn Filme des Jahres. Darüber hinaus zählten der November und Dezember mit jeweils fast 120 Mio. Euro Umsatz zu den zwei umsatzstärksten Monaten der Kinogeschichte – dank James Bond und dem Auftakt der HOBBIT-Trilogie. Und noch eine Bestmarke: Mit 15,6 Mio. Besuchern, die zwischen dem 1. und 30. November ins Kino gingen, verzeichneten die Kinos die erfolgreichste November-Bilanz seit Erfassung der Zahlen durch die FFA. Erfolgreichster deutscher Film des Jahres war die Komödie TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER, für die 2,4 Mio. Karten an der Kinokasse gelöst wurden.

„Der Rekordumsatz des Jahres 2012 ist sicher auch ein Stück weit Belohnung für den Mut und die Weitsicht, die die Kinobetreiber bei der Digitalisierung der deutschen Kinowirtschaft unter Beweis gestellt haben“, betont FFA-Vorstand Peter Dinges. „Die daraus entstandenen positiven Veränderungen im Kino sind längst auch bei den Besuchern angekommen, die sehr wohl bereit sind, für ein Mehr an Qualität und Komfort höhere Eintrittspreise zu akzeptieren“, stellt Dinges fest. An der erfreulichen Umsatzentwicklung im Kinomarkt hat nach den Worten des FFA-Vorstands nicht zuletzt die gemeinsam von der FFA mit dem Bund und den Ländern getragene Digitalisierungsförderung der Kriterienkinos beigetragen: Aktuell hat die FFA 1.093 Anträge auf Digitalisierungsförderung in einem Gesamtvolumen von 10,2 Mio. Euro bewilligt - allein 322 davon für Leinwände in Städten und Gemeinden unter 20.000 Einwohnern. „Die Förderung fand und findet genau zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle statt“, bilanziert der FFA-Vorstand.

Die zunehmende Digitalisierung der deutschen Kinos bildet auch die Grundlage für eine Vielzahl von publikumswirksamen 3D-Produktionen, die mittlerweile fester Bestandteil des Filmangebotes sind. Mit 28,9 Mio. Besuchern (Vorjahr 29,3 Mio.) löste mehr als jeder fünfte Kinobesucher (21,8%) im letzten Jahr ein Kinoticket für einen 3D-Film (Vorjahr: 22,8%). Insgesamt liefen im letzten Jahr 40 Produktionen in 3D in den deutschen Kinos an, sechs weniger als im Jahr davor.

Verlangsamt hat sich im letzten Jahr der Rückwärtstrend im Kinobestand: 104 Neu- oder Wiedereröffnungen von Filmtheatern (Vorjahr: 124) standen 127 Schließungen (Vorjahr: 183) gegenüber. Die Veränderung zum Vorjahr ist damit auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Insgesamt hat sich in diesem Zeitraum der Kinosaalbestand um 193 Leinwände auf jetzt 4.617 Leinwände reduziert. Auch die Zahl der Standorte ist im letzten Jahr weiter gesunken: Mindestens ein Kino gab es Ende letzten Jahres nur noch in 909 Städten und Gemeinden, 17 weniger als 2011 - und 92 weniger als noch vor fünf Jahren.

tabelle http://www.ffa.de/index.php?page=presse_detail&news=1055&action=pressearchiv&quartal=1-2013&list=2
Das Kinoergebnis 2012





2012 2011 2010 2009 2008 2007
Einwohner Deutschland1 81.902.743 81.767.982 81.750.716 81.861.862 82.126.628 82.260.693
Kinobesucher 135,1 Mio. 129,6 Mio. 126,6 Mio. 146,3 Mio. 129,4 Mio. 125,4 Mio.
Kinoumsatz 2 1.033,0 Mio. 958,1 Mio. 920,4 Mio. 976,1 Mio. 794,7 Mio. 757,9 Mio.
Kinobesuch
pro Einwohner
1,65 1,58 1,55 1,79 1,58 1,52
Kinoumsatz2
pro Einwohner
12,61 11,72 11,26 11,92 9,68 9,21
durchschn. Eintrittspreis2 7,65 7,39 7,27 6,67 6,14 6,04
Filmtheaterunternehmen 1.168 1.171 1.205 1.213 1.224 1.228
Spielstätten 1.652 1.671 1.714 1.744 1.793 1.812
Kinosäle (Leinwände) 4.617 4.640 4.699 4.734 4.810 4.832
Kinositzplätze3 787.064 791.983 809.510 819.320 831.913 836.505
Standorte 909 926 954 976 1.001 1.016
Einwohner pro Sitzplatz 104 103 101 100 99 98
Einwohner pro Leinwand 17.739 17.622 17.397 17.292 17.074 17.024
Besucher pro Leinwand 29.253 27.927 27.008 30.914 26.901 25.959
Besucher pro Sitzplatz 172 164 157 179 156 150
deutscher Marktanteil
(auf Besucherbasis) in %4
18,1% 21,8% 16,8% 27,4% 26,6% 18,9%
Besucher deutscher Filme4 24,0 Mio. 27,9 Mio. 20,9 Mio. 39,9 Mio. 33,9 Mio. 23,4 Mio.
Marktanteil 3D Besucher4 21,8% 22,8% 20,4%      
Besucher 3D-Filme4 28,9 Mio. 29,3 Mio. 25,4 Mio.        

1Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden

2Angaben in Brutto

3Sitzplätze ohne Open-air, Universitätskinos, Filmfeste und Schließungen 2012

4Besucher auf Basis der Verleihmeldungen

Quelle: FFA


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