Filmkunst längst nicht mehr nur eine Domäne der Programmkinos / 10. Auflage der FFA-Programmkinostudie mit einer modifizierten Methodik

02.12.2010

Mehr als jeder zehnte Kinosaal in Deutschland ist ein Programmkino: Auf insgesamt 526 Leinwänden – das entspricht einem Anteil von 11,1 Prozent – wurde im Jahre 2009 Filmkunst gezeigt.

465 von ihnen befanden sich in insgesamt 327 Programmkinos, die ausschließlich Arthouse-Filme zeigten, 61 waren in Filmtheatern, die ein gemischtes Programm angeboten haben. Im Kinojahr 2009 sahen rund 10,2 Mio. Kinobesucher einen Film in einem Programmkino, das entspricht 7,0 Prozent der insgesamt 146,3 Mio. Besucher. Neun von zehn Kinotickets (89%) für eine Filmkunstvorstellung wurden dabei in reinen Programmkinos erworben – wobei Filmtheater mit einem Saal (35%) und in Großstädten (48%) innerhalb der Programmkinos am erfolgreichsten waren. Diese Zahlen finden sich in der neuen FFA-Programmkinostudie, die der stellvertretende FFA-Vorstand Frank Völkert im Rahmen des Kongresses "Vision Kino 10: Film – Kompetenz – Bildung" am heutigen Donnerstag in Berlin vorstellte.

Die mittlerweile zehnte Auflage der Studie enthält zugleich eine Reihe von Modifizierungen, wie Völkert ankündigte: „Es liegt in der Natur der Sache, dass sich in einem solchen Zeitraum aus den Erkenntnissen der Vergangenheit neue Ansprüche und Anforderungen an die Zukunft stellen.“ Die FFA habe diesem Umstand Rechnung getragen und viele der aus der Branche herangetragenen Anregungen aufgenommen. Neben einer grundlegenden Überarbeitung der Methodik des ersten Teils habe man die Studie auch an die sich ändernden Marktgegebenheiten angepasst und die bisherige Definition der Programmkinos neu ausgerichtet. „Dies geschieht auch vor dem Hintergrund, dass Filmkunst längst nicht mehr eine reine Domäne der Programmkinos ist, sondern auch in Kinocentern und Multiplexkinos angeboten wird“, erklärte Völkert.

Weitere Details aus der Studie:

  • über die größte Programmkinodichte verfügte im Jahr 2009 Berlin (51 Leinwände), gefolgt vom Saarland und Sachsen. Die geringste Programmkinodichte fand sich in Sachsen-Anhalt.

  • 91 Prozent der Programmkinovorstellungen fanden in Spielstätten mit ein bis drei Kinosälen statt.

  • Knapp zwei Drittel der Programmkinosäle war in Städten mit über 500.000 Einwohnern (31%) oder in Ortschaften bis 50.000 Einwohner (33%).

  • Der Eintrittspreis für den Besuch eines Programmkinofilms betrug 2009 durchschnittlich 6,02 Euro - und lag damit 65 Cent unter dem durchschnittlichen bundesweiten Ticketpreis.

  • Arthouse-Filme waren 2009 besonders beim älteren Publikum – den so genannten Best Agern (50 ) – beliebt: Diese Altersgruppe stellte mehr als jeden dritten Kinobesucher dieser Filme (37,7%). Damit war der durchschnittliche Filmkunstbesucher mit 43 Jahren rund 9 Jahre älter als der Durchschnitt aller Kinobesucher in Deutschland.

  • Gut zwei Drittel (63,5%) der Besucher von Arthouse-Filmen lebten 2009 in Single- und Zwei-Personen-Haushalten – und jeder Siebte von ihnen ging am liebsten allein (14,3%) ins Kino.

  • Ein Viertel (24,9 Prozent) des Filmkunstpublikums gehörte 2009 zur Gruppe der Heavy-User (7 und mehr Kinobesuche) - im Gesamtmarkt stellt diese Gruppe nur 13,4 Prozent aller Besucher.

  • Der Besucher von Arthouse-Filmen gibt seltener (38,0% im Vergleich zu 50,6%) und weniger Geld (4,81 Euro im Vergleich zu 5,65 Euro) für Speisen und Getränke im Kino aus als der durchschnittliche Gesamtkinobesucher.

  • Die nach Schulnoten am besten bewerteten Arthouse-Filme des Jahres 2009 waren GRAN TORINO (1,2), WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS (1,4), VERBLENDUNG (1,4), SLUMDOG MILLIONÄR (1,5) und die deutsche Produktion WÜSTENBLUME (1,5).

Die ausführlichen Ergebnisse und Statistiken der neuen FFA-Untersuchung sind ab dem 3. Dezember unter www.ffa.de/publikationen abrufbar.

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