Freihandelsabkommen mit den USA / EFAD: Eine weise Entscheidung und ein wichtiger Schritt für Europas audiovisuellen Markt

17.06.2013

Das Netzwerk der European Film Agency Directors (EFAD) betrachtet die aktuelle Einigung der Regierungen der EU-Staaten für ein Freihandelsabkommen mit den USA als gelungen. Als Reaktion auf die Verhandlungen am letzten Freitag um die Inhalte eines Freihandelsabkommens und auf das Ergebnis, derzeit den audiovisuellen Markt von Film- und Musikproduktionen vom Verhandlungsmandat auszuklammern, veröffentlichten die EFAD, denen auch die FFA angehört, folgende Pressemeldung:

Netzwerk der European Film Agency Directors (EFAD)
Pressemeldung vom 16. Juni 2013:

Eine weise Entscheidung und ein wichtiger Schritt für den europäischen audiovisuellen Sektor!

Der Rat der für den Handel zuständigen Minister hat am 14. Juni 2013 entschieden, den audiovisuellen Sektor nicht in das Mandat für die Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA (Transatlantic Trade and Investment Partnership) einzuschließen.

Die EFAD begrüßt diese sinnvolle Entscheidung ausdrücklich und hofft, dass die Mitgliedstaaten und die EU-Kommission ihre Anstrengungen von nun an auf die wesentlichen Herausforderungen für den audiovisuellen Sektor konzentrieren werden, insbesondere die Folgen der Digitalisierung.

Im Gegensatz zu den USA ist der europäische audiovisuelle Sektor stark fragmentiert. Diese Zersplitterung bildet einerseits den Ursprung für die kulturelle Vielfalt in Europa, die einen besonderen Reichtum darstellt. Auf der anderen Seite hat die Fragmentierung bedeutende Auswirkungen auf die Markt- und Finanzierungsbedingungen für die Entwicklung, Produktion und Verbreitung europäischer Werke. Diese Bedingungen müssen vorrangig berücksichtigt werden, wenn Europa seine Position auf dem digitalen und audiovisuellen Markt erhalten und entwickeln will - ohne dabei seine kulturelle Vielfalt zu opfern.

Entscheidend ist, dass die Mitgliedstaaten weiterhin über Mittel und Maßnahmen bestimmen können, um ihre audiovisuelle Politik an die Anforderungen der Digitalisierung anzupassen. Die in dem „Grünbuch über die vollständige Konvergenz der audiovisuellen Welt“ von der EU-Kommission gestellten Fragen verdeutlichen, dass die zukünftige Entwicklung des Sektors von den Möglichkeiten des Zusammenwirkens der öffentlichen und der privaten Akteure, auf nationaler und auf europäischer Ebene bestimmt sein wird.

In Bezug auf die beihilferechtlichen Kriterien für Filme und andere audiovisuelle Werke (Kinomitteilung), die die EU-Kommission derzeit überarbeitet, gilt es, unnötige Beschränkungen und unangemessene Standardisierungen zu vermeiden, um die Entwicklung eines dynamischen audiovisuellen Sektors in Europa nicht zu gefährden.

Der europäische audiovisuelle Sektor sollte aber über eine ausreichende Stärke verfügen, um ein interessanter Handelspartner für die USA und den Rest der Welt sein zu können. Um dieses Ziel geht es, und für die Zielerreichung ist sowohl die Ausgestaltung des Freihandelsabkommens als auch der Kinomitteilung entscheidend.


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