Paula Beer als Pionierin in Peru, Isabelle Huppert als Kämpferin für die Wahrheit – Deutsch-Französische Förderkommission vergibt rund 1,1 Mio. Euro Produktions- und Entwicklungsförderung

28.06.2021

Die Deutsch-Französische Förderkommission hat in ihrer jüngsten Sitzung Mittel in Höhe von insgesamt 1.070.000 Mio. Euro für vier Kinofilmproduktionen und ein Entwicklungsprojekt beschlossen. Ob Erforscherin mysteriöser Bodenbilder, Whistleblowerin dubioser Atomgeschäfte, Heimkehrerin nach Sofia, African-Dance-Ikone oder Frachtschiffkapitänin auf der Wolga – bei jedem der aktuell geförderten Projekte steht eine beeindruckende Frau im Mittelpunkt.

Mit 430.000 Euro geht die höchste Fördersumme an den Historienfilm „Lady Nazca“ mit Paula Beer als deutsche Mathematikerin Maria Reiche, die in den 1940er Jahren bei der Erforschung der mysteriösen Nazca-Linien in Peru Pionierarbeit leistete. Das Biopic entsteht unter der Regie von Damien Dorsaz, majoritärer Partner ist die deutsche Produktionsfirma 27 Films Production. Auch „The Union Lady“ beruht auf wahren Begebenheiten: Isabelle Huppert spielt die Gewerkschaftlerin Maureen Kearney, die versucht, zweifelhafte Geschäfte der französischen Atomindustrie aufzudecken. Das Projekt unter der Regie von Jean-Paul Salomé („Eine Frau mit berauschenden Talenten“) wird mit insgesamt 280.000 Euro unterstützt und von der Kölner Heimatfilm koproduziert. Mit 175.000 Euro fördert die Kommission die deutsch-französisch-bulgarische Produktion „Plateau“ und damit ein weiteres gemeinsames Projekt von Locarno-Preisträger Ilian Metev („3/4“) und der Kölner Sutor Kolonko. Mit „Germaine Acogny – Vom Schatten schwärmen“ von KHM-Absolventin Greta-Marie Becker entsteht ein Porträt über die „Mutter des zeitgenössischen afrikanischen Tanzes“. Das Projekt wird majoritär von der Berliner CALA Filmproduktion finanziert und mit 150.000 Euro gefördert.

Im Rahmen der Entwicklungsförderung wird Julian Radlmaiers („Blutsauger“) neues Projekt „Binnenschifffahrerin Birte“ mit 35.000 Euro unterstützt. Das poetische Roadmovie erzählt von einem Zimmermädchen, das sich in ihrer Jugend als Kapitänin eines Frachtschiffs unsterblich verliebt.


Die Förderungen im Detail:

Produktionsförderung

LADY NAZCA
Buch: Damien Dorsaz, Fadette Drouard
Regie: Damien Dorsaz
Produzent D:  27 Films Production GmbH, Berlin  (52%)
Förderung D: 250.000 Euro

Produzent F: Octopolis, Paris (37%)
Förderung F: 180.000 Euro
Produzent Schweiz: P.S. Productions, Châtel-St-Denis
Die in Dresden geborene Maria Reiche (Paula Beer) lebt mit ihrer Freundin Amy Meredith im Peru der 1930er Jahre. Zusammen mit dem französischen Archäologen Paul erforscht sie die Jahrtausende alten Nazca-Linien und kämpft um den Erhalt dieser gigantischen Bodenbilder. Ihre Hingabe zu den Linien bringt jedoch eine Distanz zu ihrem alten Leben mit sich …

THE UNION LADY
Buch: Jean-Paul Salomé, Fadette Drouard
Regie: Jean-Paul Salomé
Produzent D: Heimatfilm GmbH & Co. KG. Köln (14%)
Förderung D: 100.000 Euro

Produzent F: Le Bureau Films, Paris  (86%)
Förderung F: 180.000 Euro
Drama vor dem Hintergrund einer wahren Geschichte: Ende 2012 wurde Gewerkschaftlerin Maureen Kearney (Isabelle Huppert) in ihrer Wohnung überfallen und gefesselt. Eine Warnung der Mächtigen oder die Selbstinszenierung einer Täterin?

PLATEAU
Buch: Ilian Metev, Betina Ip
Regie: Ilian Metev
Produzent D: Sutor Kolonko e. K., Köln  (37%)
Förderung D: 100.000 Euro

Produzent F: Good Fortune Films, Paris (32%)
Förderung F: 75.000 Euro
Produzent Bulgarien: Chaconna Films, Sofia
Nach Jahren im Ausland versucht die 43-jährige Psychoanalytikerin Irina in ihrer Heimatstadt Sofia wieder Anschluss an Familie und Freunde zu finden und entwickelt unerwartete Gefühle für einen jungen Patienten.

GERMAINE ACOGNY – VOM SCHATTEN SCHWÄRMEN
Buch: Greta-Marie Becker
Regie: Greta-Marie Becker
Produzent D: CALA Filmproduktion GmbH, Berlin (65%)
Förderung D: 100.000 Euro

Produzent F: Les Films d’Ici, Paris (35%)
Förderung F: 50.000 Euro
Porträt einer der wichtigsten künstlerischen Stimmen Afrikas: Germaine Acogny, 1944 als Tochter eines senegalesischen Beamten in Benin geboren. Sie studierte in den 1960ern Tanz in Frankreich und arbeitete regelmäßig in Frankreich, Belgien und Senegal. Sie gilt als Begründerin des zeitgenössischen afrikanischen Tanzes. 


Projektentwicklungsförderung

BINNENSCHIFFFAHRERIN BIRTE
Buch: Julian Radlmaier
Regie: Julian Radlmaier
Produzent D: faktura films GmbH, Berlin
Produzent F:  so-cle production cinématographique SAS, Lormont
Förderung D:  35.000 Euro
Ein romantisches Abenteuer auf der Wolga und die tragische Liebesgeschichte zwischen der Frachtschiff-Kapitänin Birte und einem mitfahrenden Rockbassisten.


Der nächste Einreichtermin für die Förderung nach dem Deutsch-Französischen Abkommen ist der 17. September 2021. Die anschließende Fördersitzung findet im November 2021 statt.

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