FFA-Verwaltungsrat: Überleben der Kinos steht auf dem Spiel

23.10.2020

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass unter den praktizierten Hygieneregelungen die Kinos zu den Orten mit dem geringsten Infektionsrisiko gehören; kein Covid-19-Fall ist bisher auf einen Kinobesuch zurückzuführen. Trotzdem besteht bundesweit ein Flickenteppich strenger und strengster Beschränkungen, der potentielle Besucherinnen und Besucher zutiefst verunsichert und den Kinobetrieben einen auch nur kostendeckenden Betrieb unmöglich macht. Daher hat der Verwaltungsrat der Filmförderungsanstalt bei seiner turnusmäßigen Sitzung (als Videokonferenz) am gestrigen Donnerstag beschlossen, an Länder, Städte und Gemeinden zu appellieren, möglichst bundesweit einheitliche Maßnahmen zu ergreifen und deren Angemessenheit – auch im Vergleich mit Regelungen in anderen Branchen – zu bedenken und gegebenenfalls zu verbessern.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass in manchen Städten der Verzehr von Snacks und Getränken in Kinos verboten ist, während mit ähnlichen Abstandregeln in Restaurants selbstverständlich gegessen und getrunken werden darf“, erklärt der FFA-Präsident und ehemalige Kulturstaatsminister Bernd Neumann, „dabei sind die Erlöse aus dem Concessionsverkauf für die Kinos ebenso wichtig wie die der eigentlichen Kinotickets.“

„Einheitliche und angemessene Regelungen sind für das Überleben der Kinos als Kulturorte, Wirtschaftsfaktor und nicht zuletzt als Schlüsselposition der deutschen Filmindustrie ebenso wichtig wie die finanziellen Corona-bedingten Hilfen von Bund, Ländern und FFA“, so Bernd Neumann weiter. „Wenn das nicht gelingt, werden wir im kommenden Jahr eine bedeutende Zahl von Kinos für immer geschlossen sehen.“

 

Der Verwaltungsrat ist das wichtigste Gremium der Filmförderungsanstalt und besteht aus 36 Mitgliedern aus der deutschen Filmwirtschaft, öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehveranstaltern, Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat sowie gesellschaftlich relevanten Gruppen.
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