Neuauflage der FFA-Programmkinostudie: Weniger Besucher und Umsatz bei den Programmkinos – und fast jeder zweite Besucher ist älter als 50 Jahre

21.09.2016

Die Programmkinos in Deutschland haben im Jahre 2015 – im Gegensatz zu den herkömmlichen Kinos – weniger Besucher als im Jahr davor erreicht. Insgesamt lösten 15,6 Mio. Kinobesucher eine Karte für einen Arthousefilm, knapp 650.000 weniger als ein Jahr zuvor. Mit einem Gesamtumsatz von 111,9 Mio. Euro verbuchten die Programmkinos zwischen Januar und Dezember 2015 rund 1,5 Mio. Euro weniger durch den Ticketverkauf als im Jahr davor (113,4 Mio. Euro). Bei der Vorstellung der neuen FFA-Programmkinostudie am heutigen Mittwoch auf der Filmkunstmesse in Leipzig präsentierte der stellvertretende FFA-Vorstand Frank Völkert auch eine aktuelle Analyse der Halbjahres-Besucherzahlen im Gesamtmarkt. Nach GfK-Daten waren demnach zwischen Januar und Juni 19,6 Millionen Menschen mindestens einmal im Kino. Das sind 4,6 Millionen weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, die auch mit entscheidend zum Rückgang der Besucherzahlen (- 13,9%) und beim Umsatz (- 11,4%) beigetragen haben. Auffällig ist, dass im Rekordjahr 2015 jeder fünfte Kinobesucher zum ersten Mal nach zwei Jahren wieder im Kino war – aber drei Viertel (77%) aus dieser Besuchergruppe im ersten Halbjahr 2016 keinen Film mehr im Kino gesehen haben. Dies entspricht unter dem Strich 4,7 Mio. Kinotickets.

Weitere Details aus der Studie in der Übersicht:

  • Insgesamt gab es am 31. Dezember 2015 in Deutschland 776 Programmkinoleinwände, das entspricht einem Anteil von 16,5% aller 4.692 Kinosäle.
  • Filmkunst wird dabei immer mehr in reinen Programmkinos (85,1%) gezeigt, während der Anteil einzelner Programmkinoleinwände in Kinocentern mit gemischtem Programm im Verlauf der letzten sechs Jahre gesunken ist: Im Jahre 2010 war noch fast jede fünfte Leinwand (17,8%) nicht in einem reinen Programmkino, im letzten Jahr nur noch jede sechste (14,9%);
  • Im Durchschnitt kostete der Programmkinobesuch im letzten Jahr 7,16 Euro – und lag damit erstmals über der Grenze von sieben Euro;
  • über drei Viertel aller Programmkinoleinwände (77,6%) sind in Kinos mit einem, zwei oder drei Leinwänden zu finden;
  • Programmkinos sind mit durchschnittlich 132 Sitzplätzen kleiner als das deutsche Durchschnittskino (168 Plätze);
  • die höchste Programmkinodichte nach Bundesländern weisen nach wie vor Berlin, Hamburg und das Saarland auf – wobei Filmkunst besonders in Großstädten mit mehr als 200.000 Einwohnern zu Hause ist (42,4%); immerhin jedes fünfte Kino mit Filmkunstangebot (20,0%) befindet sich in Ortschaften mit weniger als 20.000 Einwohnern;
  • unter den Besuchern von Arthousefilmen befanden sich erneut deutlich mehr Frauen (60,1%) als Männer (39,9%) – darüber hinaus war fast die Hälfte aller Programmkinobesucher (45,7%) über 50 Jahre alt;
  • mehr als jeder fünfte Besucher von Arthousefilmen (21,7%) zählte im Jahr 2015 mit sieben und mehr Kinobesuchen zu den so genannten Heavy-Usern – die damit im Arthouse-Segment erneut mehr als doppelt so häufig vertreten waren wie im Gesamtmarkt (10,6%);
  • die Besucher eines Arthousefilms geben seltener und weniger für Speisen und Getränke im Kino aus als der Gesamtkinobesucher: Über die Hälfte des Filmkunstpublikums (53,8%) verzichtete 2015 ganz auf Speisen und Getränke im Kino;
  • die wichtigsten Aufmerksamkeitsquellen für das Arthouse-Publikum waren 2015 die „Filmvorschau bzw. Trailer im Kino“ (16,5%), „Werbung im Fernsehen“ (12,0%) sowie „Berichte und Artikel in Zeitungen und Zeitschriften“ (11,0%);
  • die nach Schulnoten am besten bewerteten Arthousefilme im letzten Jahr waren ELSER - ER HÄTTE DIE WELT VERÄNDERT (1,24), STILL ALICE - MEIN LEBEN OHNE GESTERN (1,27) sowie DER STATT GEGEN FRITZ BAUER  (1,28) und DIE FRAU IN GOLD (1,34).

Die alljährlich aufgelegte repräsentative FFA-Studie enthält umfassende Statistiken über Bestand, Besuch, Auslastung und Eintrittspreise der Programmkinos in Deutschland sowie eine soziodemografische und kinospezifische Auswertung der Besucher von Arthouse-Filmen. Zusätzlich listet die Analyse die 50 erfolgreichsten Arthouse-Filme des Vorjahres auf. Die Definition der Arthouse-Filmtitel erfolgte wieder gemeinsam mit der AG Kino-Gilde. Die ausführlichen Ergebnisse der Studie "Programmkinos in der Bundesrepublik Deutschland und das Publikum von Arthouse-Filmen im Jahr 2015 sowie sämtliche Statistiken stehen ab sofort unter www.ffa.de >> Marktforschung und Statistik >> Studien und Publikationen zum Download bereit.

FFA-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | www.ffa.de | Druckversion

Thomas Schulz
Telefon: (030) 27-577-526 | E-Mail: schulz@ffa.de

Ann-Malen Witt
Telefon: (030) 27-577-524 | E-Mail: witt@ffa.de



Um auf diese Pressemitteilung der FFA zu verlinken, nutzen Sie bitte folgenden Link:

Simpel, Universum Film
Simpel
Vorwärts immer, DCM
Vorwärts immer
Es war einmal Indianerland, Camino
Es war einmal Indianerlamd
Ostwind - Aufbruch nach Ora, Constantin
Ostwind - Aufbruch nach Ora
Happy Family, Warner
Happy Family
Happy End, X Verleih
Happy End
Sommerhäuser, Prokino
Sommerhäuser
Fack Ju Göhte 3, Constantin
Fack Ju Göhte 3