Kinojahr 2015: Höchster deutscher Marktanteil und Umsatzrekord / FFA-Präsident Neumann warnt vor weiterer Reduzierung der Fördermittel

10.02.2016

Mit 27,5 Prozent hat der deutsche Film im Kinojahr 2015 den höchsten deutschen Marktanteil seit Erfassung der Besucherzahlen erzielt. 37,1 Mio. Besucher für deutsche Filme und neun Besuchermillionäre sind zugleich das zweitbeste Ergebnis nach dem bisherigen Ausnahmejahr 2009 (39,9 Mio. / 11). Auch der erfolgreichste Film des Jahres war mit FACK JU GÖHTE 2 eine deutsche Produktion. Mit 139,2 Mio. Besuchern (2014: 121,7 Mio.) und einem Box-Office von 1.167,1 Mio. Euro (979,7 Mio. Euro) meldeten die Kinos der FFA für das vergangene Jahr zudem einen neuen Rekordumsatz. „14,3 Prozent mehr Besucher und eine Umsatzsteigerung von satten 19,1 Prozent stehen für ein außergewöhnlich gutes Kinojahr, wobei der deutsche Film seine hervorragende Marktstellung erneut eindrucksvoll gezeigt hat.“ Mit diesen Worten bilanzierte FFA-Vorstand Peter Dinges die Vorstellung des Kinoergebnisses 2015 am 10. Februar in Berlin.

Mit Blick auf ein „außerordentlich erfolgreiches Jahr für den deutschen Film ist die Verbesserung der Qualität der Filme eine ständige Herausforderung“, betonte FFA-Präsident Bernd Neumann. Er warne deshalb vor einer Reduzierung der Beiträge von Bund und Ländern wie auch der Filmwirtschaft für die Filmförderung insgesamt. „Der Kinofilm ist gesellschaftlich wie inhaltlich ein unersetzbarer Bestandteil unserer Kultur – und damit auch unserer eigenen Identität. Wie in anderen Filmnationen bedarf er auch deshalb öffentlicher Unterstützung von Bund und Ländern“, sagte Neumann. Zudem halte er es angesichts der aktuellen Diskussion um die kulturelle Präsenz des deutschen Films „für verfehlt, die Filmförderung und die Qualität der deutschen Filme von der Anzahl derer abhängig zu machen, die auf der Berlinale im Wettbewerb laufen. Zum einen ist dies ein internationales Festival, und außerdem wird die Bandbreite des deutschen Films mittlerweile im Ausland sehr geschätzt, wo es immer wieder Nominierungen, Preise und Auszeichnungen gibt.“, erklärte der Kulturstaatsminister a.D..

„Das was der deutsche Film in den letzten Jahren – und seit 2013 sogar mit einem konstanten Marktanteil von über 26 Prozent geschafft hat – ist großartig!“, betonte FFA-Vorstand Peter Dinges. Der deutsche Film habe sich mit einem Besucherzuwachs von 15,7 Prozent sogar besser entwickelt als der Markt insgesamt und sei „für die Kinobesucher zu einer Qualitätsmarke und für die Kinos zu einem wesentlichen Umsatzträger geworden. Diesen Erfolg muss man auch als Auszeichnung für die Leistungsfähigkeit der deutschen Filmwirtschaft anerkennen“, erklärte Dinges. Nach den Worten des Vorstands war auch die FFA-Förderquote im Jahr 2015 „wieder exzellent“: Die Vergabekommission förderte ein Fünftel (19,5 Prozent) aller deutschen Erstaufführungen, die fast drei Viertel (69,1 Prozent bzw. 19,5 Mio.) aller Besucher von deutschen Erstaufführungen ins Kino zogen.

Erfreulich sei zudem, dass erstmals seit langem wieder ein signifikanter Anstieg beim Kinobestand zu verzeichnen sei: Nach der im Jahre 2005 begonnenen Talfahrt mit dem Tiefstand vor zwei Jahren gab es am 31. Dezember letzten Jahres 4.692 Kinosäle, das sind 55 mehr als im Jahr davor. Gleichzeitig stieg auch die Zahl der Spielstätten um 18 auf jetzt 1.648 Spielstätten wie auch die der Standorte auf 893 (+10).

Weitere Details:

  • Die neun deutschen Besuchermillionäre: 1.) FACK JU GÖHTE 2 (7,7 Mio. Besucher); 2.) HONIG IM KOPF (6,2 Mio. – seit Start 7,2 Mio.); 3.) DIE TRIBUTE VON PANEM – MOCKINGJAY TEIL 2 (2,7 Mio.); 4.) ER IST  WIEDER DA (2,4 Mio.); 5.) TRAUMFRAUEN (1,7 Mio.); 6.) DER NANNY (1,7 Mio.); 7.) OSTWIND 2 (1,2 Mio.); 8.) FRAU MÜLLER MUSS WEG! (1,2 Mio.) und 9.) FÜNF FREUNDE 4 (1,0 Mio.).
  • 2015 liefen 596 Filme in den Kinos an, 26 mehr als im Jahr davor; die Zahl deutscher Erstaufführungen sank um 3 auf 226, die der EU-Filmstarts um 2 auf 129. Eine Zunahme an Erstaufführungen verzeichneten US-amerikanische (143 auf 152) sowie Filme aus „sonstigen Ländern“ (67 auf 89).
  • Insgesamt konnten die Besucher im letzten Jahr unter 2.431 (2014: 2.339) Filmen in den Kinos wählen, von denen 31 mehr als eine Million Besucher und 59 über 500.000 Besucher ins Kino lockten.
  • Der durchschnittliche Eintrittspreis lag bei 8,39 Euro (2014: 8,05 Euro), der Kinoumsatz pro Einwohner stieg von 12,11 Euro auf 14,48 Euro.

Alle Zahlen und Fakten des Kinojahres 2015 aktuelle Ausgabe von FFA info und unter www.ffa.de.

 

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