Die Komödie spielt im Kino die Hauptrolle / Neuauflage einer FFA-Studie analysiert Genrevielfalt

11.02.2013

Wer ins Kino geht, sucht am ehesten Unterhaltung, Vergnügen und Spaß: Über ein Viertel aller Besucher (28%) lösten in den Jahren 2010 und 2011 in den deutschen Kinos eine Karte für eine Komödie.

Mit rund 71 Mio. Zuschauern war dies das mit Abstand beliebteste Genre - gefolgt von den Kategorien „Kinderfilm“ mit 45 Mio. (18%) sowie den beiden Genres Fantasy/Märchen und Drama mit jeweils 29 Mio. Besuchern (11%). Dies belegt eine aktuelle Studie der Filmförderungsanstalt unter dem Titel „Filmgenres 2010 bis 2011 - Eine Auswertung zum Genreangebot in deutschen Kinos und zur Genrevielfalt deutscher Filme“, die jetzt zum zweiten Mal aufgelegt wurde. Ziel dieser Auswertung war eine Analyse und Dokumentation der Genrevielfalt des Filmangebots in den deutschen Kinos.

Die Untersuchung zeigt aber auch: Geht es um das reine Angebot von Filmen, die in die deutschen Kinos kommen, übernimmt eher das Drama die Hauptrolle. Mehr als ein Drittel der in den deutschen Kinos 2010 und 2011 aufgeführten Filme (1.210 Filme bzw. 38%) sind nämlich diesem Genre zuzuordnen, knapp ein Viertel (575 Filme bzw. 18%) waren Komödien und fast genau soviel (550 Filme bzw. 17%) Dokumentarfilme. Zusammengenommen stellten diese drei Genres knapp drei Viertel (73%) des Filmangebots in diesem Zeitraum. An vierter Stelle: der Kinderfilm, der mit 295 Produktionen 9 Prozent des Filmangebots ausmachte.

In die Betrachtung einbezogen wurden alle insgesamt 3.146 programmfüllenden Filme, die in den Jahren 2010 und 2011 in den deutschen Kinos gezeigt wurden und für die zusammengenommen 253 Mio. Kinobesucher Eintritt gezahlt haben. Grundlage für die Analyse bilden die von den Verleihern monatlich an die FFA gemeldeten Filmbesucherzahlen. Die Einordnung der einzelnen Filme zu den Genres erfolgt auf Basis der Vorgaben der Produzenten und Verleiher, Presseveröffentlichungen und filmwissenschaftlichen Definitionen. Aufgrund der Vielzahl an Kategorisierungsmöglichkeiten von Filmgenres orientieren sich die in der Untersuchung aufgezeigten Ergebnisse und Folgerungen an der Praktikabilität und dem Nutzwert für die Filmbranche.

Weitere Details aus der Studie in der Übersicht:

  • Die Erstaufführungen waren in den beiden Jahren insgesamt für den Verkauf von 235 Mio. Kinotickets verantwortlich und lockten 93 Prozent aller Besucher in die Kinos. Die Genres Komödie, Kinderfilm, Fantasy/Märchen und Drama stellten dabei knapp drei Viertel (71%) des Besucheraufkommens aller Neustarts.

  • Deutsche Produktionen leisteten einen wichtigen Beitrag bei den führenden Genres des Filmangebots und hatten mit 34 Prozent den größten Anteil an allen aufgeführten Komödien. Starke Präsenz zeigten sie auch beim Kinderfilm (57%), Dokumentarfilm (67%) sowie beim Drama (45%).

  • Von den 1.387 deutschen Filmen, die in 2010 bis 2011 im Kino aufgeführt wurden, waren 39 Prozent Dramen. Gemeinsam mit Dokumentarfilmen (26%), Komödien (14%) und Kinderfilmen (12%) stellten sie 91 Prozent des deutschen Filmangebots. Der Besucheranteil dieser vier Genres war mit 89 Prozent dabei ähnlich hoch.

  • Fantasy-/Märchenfilme erreichten 677.913 Besucher pro Film und verzeichneten somit die mit Abstand höchste Besucherquote aller Genres. Bezogen auf den deutschen Film hatten Abenteuerproduktionen (153.243 Besucher pro Film) die meisten Anhänger pro Film.

  • Bei mehr als der Hälfte (57%) aller Kinderfilme handelte es sich um deutsche Produktionen. Das insgesamt beliebteste Kinderfilmgenre war mit 39 Prozent der Animations-/Zeichentrickfilm.

  • Dokumentarfilme machten trotz eines Filmangebots von 17 Prozent nur 2 Prozent der Ticketverkäufe aus – in Bezug auf den deutschen Film hatte der Dokumentarfilm einen Filmanteil von 26 Prozent und ein Besucheraufkommen von 5 Prozent.

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie unter dem Titel „Filmgenres 2010 bis 2011 - Eine Auswertung zum Genreangebot in deutschen Kinos und zur Genrevielfalt deutscher Filme“ stehen unter www.ffa.de/publikationen zum Download bereit.


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