Gender
Die FFA möchte die Chancengleichheit für Frauen und Männer in der deutschen Filmbranche weiter stärken. Publikationen zum Thema Chancengleichheit vor und hinter der Kamera belegen, dass hierzulande in Kinoproduktionen und im Fernsehen Frauen deutlich unterrepräsentiert sind. Auf dieser Seite finden Sie Informationen über Statistiken sowie Fakten und Studien zum Thema Gendergerechtigkeit beim Film. Gleichzeitig informiert die FFA hier regelmäßig aus ihrem Förderalltag über ihre eigenen Aktivitäten für mehr Gleichberechtigung.
- Mit dem Gleichstellungsbonus der FFA erhalten Filmproduktionen mit Frauen in kreativen Schlüsselpositionen bei der Zuerkennung von FFA-Referenzmitteln einen Bonus von bis zu 50.000 Euro, der für neue Projekte verwendet werden kann, an denen ebenfalls Frauen in den entsprechenden Verantwortungsbereichen mitwirken.
- Die Fördergremien der FFA sowie der Verwaltungsrat und das Präsidium sind geschlechtergerecht besetzt.
- Bei der Drehbuch- und Produktionsförderung der FFA wurde die Geschlechterverteilung in den Bereichen Produktion, Regie und Drehbuch erfasst und in den Fördermeldungen als „Genderübersicht“ veröffentlicht. Diese Praxis führt die FFA seit 2025 für die Förderentscheidungen bei der jurybasierten kulturellen Filmförderung des Bundes fort.
- Berücksichtigung von Kosten für familienfreundliches Drehen: Demnach können die Kosten für Kinderbetreuung am Set in die Kalkulation für förderfähige Budgets mit einbezogen werden.
- Die jährlich erscheinende FFA-Förderbroschüre zeigt die Genderverteilung bei Förderungen und Anträgen in den Bereichen Drehbuch, Regie und Produktion des gesamten Förderjahres.
- Initiierung der Studie „Gender und Film“ (s. unten im Punkt „Deutschsprachige Studien“)
- Beteiligung an der Studie „Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen in Deutschland“ (s. unten im Punkt „Deutschsprachige Studien“)
Seit 2015 erhebt und veröffentlicht die FFA jährlich die Genderverteilung bei Anträgen und Bewilligungen für Projektfilmförderung, unterteilt in die Bereiche Drehbuch, Regie und Produktion.
Sichtbarkeit und Vielfalt: Fortschrittsstudie zur audiovisuellen Diversität Gender & Kino
(Februar 2022)
Eine Analyse der Universität Rostock ist der Frage nachgegangen, ob Frauen und Männer im deutschen Kino gleichermaßen repräsentiert sind. Die Untersuchung wurde mit der MaLisa Stiftung sowie ihren Partnerinstitutionen auf den Weg gebracht. Die Fortschrittsstudie zur audiovisuellen Diversität, die von Professorin Elizabeth Prommer vom Institut für Medienforschung der Universität Rostock geleitet wurde, zeigt, dass der Anteil von Frauen auf der Leinwand seit 2017 zwar zugenommen hat. Allerdings sind Frauen weiterhin weniger vielfältig sichtbar.
Vielfalt im Film: Vorstellung ausgewählter Ergebnisse einer Umfrage unter Filmschaffenden zu Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera
(März 2021)
Ergebnisse einer Online-Umfrage des Bündnis Vielfalt im Film unter mehr als 6.000 Filmschaffenden in ihren 440 Berufen: Wie divers ist die deutschsprachige Film- und Fernsehbranche vor und hinter der Kamera? Wer ist wie repräsentiert und wer nicht? Welche Ausschlüsse, Diskriminierungserfahrungen und prekäre Verhältnisse gibt es und wie können wir die Filmbranche gerechter gestalten?
Produzentinnen in Deutschland: Relevanz und Strukturdaten
(Februar 2020)
Ein Vortrag von Prof. Dr. Elizabeth Prommer anlässlich des Berlinale-Brunch der ARD-Filmintendantin.
Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen in Deutschland
(Juni 2017)
Die bislang umfassendste Studie zur Ermittlung von Geschlechterdarstellungen in deutschen TV- und Kinoproduktionen. Die Studie wurde von Maria Furtwängler initiiert und vom Institut für Medienforschung der Universität Rostock unter Leitung von Prof. Dr. Elizabeth Prommer durchgeführt. Gefördert haben die Untersuchung die deutschen Medienunternehmen ARD Degeto für die ARD, das ZDF, die Film- und Medienstiftung NRW, ProSiebenSat.1, der FilmFernsehFonds Bayern (FFF Bayern), die Filmförderungsanstalt (FFA), die Mediengruppe RTL Deutschland und die MaLisa Stiftung.
FFA: Gender und Film – Rahmenbedingungen und Ursachen der Geschlechterverteilung von Filmschaffenden in Schlüsselpositionen in Deutschland
(Februar 2017)
Die Debatten zum Thema Gender und Film sind erfreulich intensiv, aber noch nicht ausreichend mit konkreten Zahlen unterlegt. Antworten auf hochaktuelle Fragen zur Genderparität liefert die FFA mit der Studie „Gender und Film“ Erstmals werden unter dem Aspekt der Gendergerechtigkeit sämtliche berufliche Schlüsselpositionen bei Filmproduktionen beleuchtet. Die Studie zeigt auch, vor welchen branchenkulturellen Herausforderungen beide Geschlechter gleichermaßen stehen. Ergebnisse aus persönlichen Interviews und umfangreichen Onlinebefragungen mit den Filmschaffenden aus verschiedenen Bereichen – von Drehbuch über Regie und Produktion bis zu Kamera, Szenenbild, Kostüm, Schnitt und Ton – vermitteln ein aktuelles Meinungsbild über Arbeitsbedingungen, Stereotypisierungen und Herausforderungen.
ARD und ZDF: Gender und Fernsehfilm
(Februar 2017)
Studie im Auftrag von ARD und ZDF und in Anlehnung an das Studiendesign der FFA-Studie „Gender und Film“, in der Fernsehfilmproduktion in Bezug auf die Geschlechterverteilung innerhalb der kreativen Positionen sowie die möglichen Zugangsbarrieren zu den einzelnen Berufen und Gewerken analysiert wird. In Interviews und Onlinebefragungen konnten branchenimmanente Herausforderungen und Barrieren identifiziert werden, die Frauen in ihrem Berufsleben stärker beeinträchtigen als Männer.
Deutscher Kulturrat: Frauen in Kultur und Medien. Ein Überblick über aktuelle Tendenzen, Entwicklungen und Lösungsvorschläge
(Juni 2016)
Studie des Deutschen Kulturrates im Auftrag von Kulturstaatsministerin Monika Grütters über die Situation von Frauen im Kultur- und Medienbereich in Deutschland. Die Untersuchung liefert einen Überblick und zeigt Lösungsvorschläge auf.
GEMEINSAM FÜR GENDER-GERECHTIGKEIT: Positionspapier der deutschen Filmhochschulen
(Februar 2018)
Auf Initiative von Filmuni-Präsidentin Prof. Dr. Susanne Stürmer haben sich die deutschen Filmhochschulen in einer einzigartigen Initiative zusammengeschlossen, um sich „gemeinsam für Gender-Gerechtigkeit“ zu engagieren. In einem Positionspapier verpflichten sie sich übergreifend zu einschlägigen Maßnahmen. Erklärtes Ziel ist, ein Bewusstsein für die Geschlechterdarstellung im Film zu schaffen, Frauen für das Filmbusiness stark zu machen und in den Hochschulstrukturen zu signalisieren: Hier wird geschlechtergerecht gedacht und gearbeitet!
Wie weiblich ist die Kulturwirtschaft? Dossier „Frauen in der Kultur- und Kreativwirtschaft“ des Deutschen Kulturrats
(Oktober 2017)
Das vorliegende Dossier ist ein Teil der politischen Bemühungen, im Kulturbereich mehr Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen. Es widmet sich der Rolle der Frauen in der Kulturwirtschaft. Geschlechtergerechtigkeit im Kultur- und Medienbereich zu erreichen, ist für den Deutschen Kulturrat ein zentrales politisches Handlungsfeld. Im Dossier werden Frauen und Männer aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in Form von Texten, Interviews und Fotografien porträtiert.
Tagung zum Thema „Teilhabe im Film” in Tutzing
Unter dem Titel „Sehen und gesehen werden: Teilhabe im Film” hat die Filmbranche im März 2022 eine Tagung in der bayerischen Gemeinde Tutzing dem Thema Diversität gewidmet. Das Tagungswochenende wurde vom Filmfest München gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Tutzing organisiert. Im Rahmen der Tagung hat u. a. die MaLisa Stiftung ihre bei der Universität Rostock in Auftrag gegebenen „Studie zur Diversität des deutschen Kinos“ präsentieren. Die Studie wurde u. a. von der FFA gefördert.
Diversität im deutschen Film
Fortschrittsstudie zur audiovisuellen Diversität im Kino