Die Filmförderung des Bundes auf der 76. Berlinale

Pressemitteilung vom 12.02.2026

Wenn heute Abend die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin (12. bis 22. Februar 2026) eröffnet werden, hebt sich der Vorhang für die Weltpremiere von „No Good Men“, einer in Kabul spielenden internationalen Koproduktion, die mit Förderung des Deutschen Filmförderfonds, der Filmförderungsanstalt und des Deutsch-Französischen Koproduktionsfonds entstand. In den kommenden zehn Tagen werden insgesamt 34 deutsche (Ko-)Produktionen in den unterschiedlichen Berlinale-Sektionen zu sehen sein, die mit Mitteln der Filmförderung des Bundes produziert oder restauriert wurden. Fünf von ihnen gehen im Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären ins Rennen, 19 weitere feiern ihre Weltpremiere in den übrigen Sektionen. Auch das Förderprogramm Filmerbe ist mit sechs Werken, von denen einige erstmals in restaurierter Fassung gezeigt werden, stark vertreten. Die Filmförderung des Bundes ist jedoch nicht nur auf der Kinoleinwand, sondern auch im Austausch mit der internationalen Filmbranche präsent: Mehrere eigene und 14 FFA-geförderte Veranstaltungen dienen der Weiterbildung und Vernetzung von Filmschaffenden und Kinobetreibenden.

Geförderte Filme im Wettbewerb

Fünf FFA- bzw. BKM-geförderte Filme feiern im Berlinale Palast Premiere: İlker Çataks deutsch-französisch-türkisches Drama „Gelbe Briefe“, das wie schon sein letzter auf der Berlinale uraufgeführter und in der Folge Oscar-nominierter Film „Das Lehrerzimmer“ von if… Productions produziert wurde; das deutsch-französische Drama „Meine Frau weint“ (Produktion: Blue Monticola Film) von Angela Schanelec, die zuletzt 2023 den Silbernen Drehbuch-Bären für „Music“ gewann; Markus Schleinzers historisches österreichisch-deutsches Drama „Rose“ mit Sandra Hüller als Titelheldin, koproduziert von Walker + Worm Film und ROW Pictures; Eva Trobischs in Thüringen angesiedeltes Drama „Etwas ganz Besonderes“ (Produktion: Trimafilm und if… Productions Film) sowie die italienisch-deutsch-spanisch-britische Familiensatire „Rosebush Pruning“ von Karim Aïnouz, an der von deutscher Seite Match Factory Productions beteiligt ist. Der im Rahmen des Minoritären Koproduktionsfonds der FFA geförderte Film komplettiert die Erfolgsbilanz des ersten Förderjahrgangs 2024, dessen fünf Titel bereits drei Wettbewerbspremieren in Cannes und eine in Venedig aufweisen können.

Premieren und Wiederaufführungen in weiteren Sektionen

In der Talentsektion Perspectives konkurriert Kai Stänickes „Der Heimatlose“ (Produktion: Tamtam Film) um den Preis für das beste Spielfilmdebüt, das Berlinale Special zeigt neben dem Eröffnungsfilm, Shahrbanoo Sadats „No Good Men“ (Adomeit Film), die europäische Premiere des Sundance-Titels „The Weight“ (augenschein Filmproduktion) von Padraic McKinley mit Ethan Hawke und Russell Crowe. Zu den geförderten Filmen im Panorama zählen u. a. Anna Rollers zweiter Langfilm „Allegro Pastell“ (Walker + Worm), Sabine Lidls Schriftstellerinnenporträt „Siri Hustvedt – Dance Around the Self“ (Medea Film Factory) und Adrian Goigingers Drama „Vier minus drei“ (Giganten Film) mit Valerie Pachner und Robert Stadlober. Im Wettbewerb Generation 14Plus läuft u. a. Saša Vajdas Debütfilm „The Lights, They Fall“ (vajda film, Schuldenberg Films) und im Kurzfilmwettbewerb Berlinale Shorts Pavel Mozhars „Mit einem freundlichen Gruß“ (Mozhar & Volkmar). Das Forum zeigt neben Premieren wie Sandra Prechtels Dokumentarfilm „Einar Schleef – Ich habe kein Deutschland gefunden“ (Filmgalerie 451) oder Koxis Elfriede-Jelinek-Adaption „Liebhaberinnen“ (Coin Film) u. a. auch die Uraufführung des digital restaurierten Rohschnitts von Chetna Voras „Frauen in Berlin“ (1981, Restaurierung: Filmuniversität Babelsberg). Weitere mit Fördermitteln digitalisierte Titel sind in der Retrospektive, in der Jubiläumssektion Teddy 40 und in Berlinale Classics zu sehen, darunter die 4K-Fassung von Georg Wilhelm Pabsts Stummfilm „Geheimnisse einer Seele“ (Restaurierung: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung) aus dem Jahr 1926.

Übersicht und Vorführtermine der geförderten Filme

Vielfältiges Veranstaltungsprogramm – Informationsstand auf dem EFM

Die Berlinale lebt jedoch nicht nur von Filmen, sondern auch von den zahlreichen Veranstaltungen, die Filmschaffende, Branchenangehörige und Interessierte aus aller Welt zusammenbringen. Die FFA unterstützt eine breite Palette von filmbezogenen Sonderaktivitäten wie Konferenzen und Weiterbildungsmaßnahmen.

Mit FFA-Förderung finden in diesem Jahr statt:

Darüber hinaus organisiert die FFA auch wieder einige Netzwerktreffen und beteiligt sich an verschiedenen Informationsveranstaltungen:

  • Bei vier Koproduktionstreffen haben Produzent*innen aus Deutschland die Gelegenheit, sich mit Kolleg*innen aus Brasilien, der Dominikanischen Republik, Mexiko und Uruguay (13.02.), Costa Rica, Kolumbien, Mexiko, Uruguay und weiteren lateinamerikanischen Ländern (14.02.), Chile (17.02.) oder Japan (17.02.) auszutauschen und mögliche Partner*innen für neue Koproduktionsprojekte zu finden.
  • Nach der Förderung von Kreativität im Zeitalter von KI fragt ein Workshop, den die FFA gemeinsam mit EFAD, dem Verband der European Film Agency Directors, exklusiv für Filmförderungen veranstaltet und dabei auch die europapolitische Perspektive in den Blick nimmt (15.02.).
  • Die Teilnehmenden des Berlinale Co-Production Market haben bei einer von der FFA ausgerichteten Country Session die Möglichkeit, sich über Fördermöglichkeiten für internationale Koproduktionen in Deutschland und weiteren Ländern zu informieren (16.2.).
  • Bei der jährlichen, traditionell von der FFA organisierten Berlinale-Sitzung der EFAD, kommen die Leitungen der europäischen Filmförderinstitutionen zu einer Vollversammlung zusammen; in diesem Jahr sind auch Repräsentant*innen des asiatischen Verbands-Pendants AFAN eingeladen (16.02.).
  • Kinobetreiber*innen können sich im Rahmen der AG Kino–Gilde Screenings am Informationsstand der FFA von Mitarbeiter*innen der Kinoförderung sowie der Filmabgabe beraten lassen (13. und 17.02) und im Seminar „Kinoförderung nach FFG“ Tipps zur Antragstellung erhalten (17.02.).

Auch in diesem Jahr sind German Films und die FFA mit einem gemeinsamen Stand auf dem European Film Market (EFM) im Martin-Gropius-Bau vertreten. Vom 13. bis 18. Februar informieren Förderreferent*innen täglich über die Filmförderung des Bundes.

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